Erinnerungsmal "Schwerter zu Pflugscharen"

Erinnerungsmal Schwerter zu Pflugscharen im Lutherhof
Veröffentlicht am 
04.03.2017
Lutherhaus | Lutherstadt Wittenberg
Ein Denkmal im Lutherhof erinnert seit diesem Wochenende an die Schmiedeaktion "Schwerter zu Pflugscharen" 1983, eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Friedlichen Revolution.

Am 24. September 1983 fand in Lutherstadt Wittenberg eine denkwürdige Aktion statt, die vom Wittenberger Pfarrer Friedrich Schorlemmer initiiert wurde: Im Lutherhof feierten etwa 600 Wittenberger Bürgerinnen und Bürger zusammen mit Besuchern des evangelischen Kirchentages eine „Schmiedeliturgie". Während der Zeremonie brachte der Wittenberger Kunstschmied Stefan Nau ein Schwert in heißer Kohle zum Glühen und schmiedete es auf dem Amboss um – gemäß der prophetischen Forderung, Schwerter zu Pflugscharen zu verwandeln.

„Schwerter zu Pflugscharen" wird als Motto der ostdeutschen Friedensbewegung weltweit bekannt und gilt als eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Friedlichen Revolution.

An dieses Ereignis in Wittenberg und dessen Folgen erinnert jetzt ein Denkmal. Es bezeugt den Willen zum Frieden und den Mut vieler Menschen in der DDR und setzt damit ein Zeichen für Zivilcourage im Sinne engagierten bürgerlichen Handelns.
 

Das Erinnerungsmal „Schwerter zu Pflugscharen“

Für die Gestaltung des Erinnerungsmals führte die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle einen Kunstwettbewerb durch.

Zur Realisierung ausgewählt wurde der Entwurf des Hallenser Künstler Michael Krenz (geb. 1974). Seine 3,20 x 2,00 x 0,02 Meter große Stahlplastik zeigt die Schmiedewerkzeuge als scherenschnittartige Negativformen: In der DDR war es verboten, das Emblem „Schwerter zu Pflugscharen" zu zeigen.

Die Leerformen regen die Betrachter an, sie in Gedanken zusammenzufügen: Sie sind jetzt selbst in der Lage, ein Schwert in einen Pflug zu verwandeln. Das spielerische Moment des Bildprogramms erinnert an die kraftvoll-fröhliche Stimmung der Schmiedeaktion vom 24. September 1983.

 

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
 

Der Kunstwettbewerb und das Erinnerungsmal wurden vom Lions Club Wittenberg und weiteren Clubs, von der Stiftung der Deutschen Lions und Lions Clubs International finanziert.

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