Reformation - Verfolgung - Migration: Die Hugenotten in Frankreich und Deutschland

Hugenottenflucht
19.04.2018
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19:00
 Uhr
Luthers Sterbehaus | Lutherstadt Eisleben
Vortrag von Dr. Ulrich Niggemann

Religiöser Fanatismus ist ebenso wie Migration ein Thema das gleichermaßen auf unsere Gegenwart wie auch auf seine Geschichtlichkeit verweist. In Frankreich wurde ab 1530 die Glaubensausübung der dort lebenden Protestanten durch Klerus und König unterdrückt.

Nach kriegerischen Auseinandersetzungen, auch als Hugenottenkriege bekannt, begann die Obrigkeit die religiöse Minderheit zu verfolgen. Diskriminierung und Todesangst lösten eine Fluchtwelle von etwa einer Viertelmillion Hugenotten in die protestantisch dominierten Gebiete in Europa und Übersee aus. Der Historiker Ulrich Niggemann schildert am Beispiel der Hugenotten den Zusammenhang zwischen den Dimensionen von religiösem Umbruch, Gewalt und Verfolgung sowie Migration und Aufnahme. Von der Reformation im Frankreich des beginnenden 16. Jahrhunderts über die religiös geprägten Bürgerkriege bis ins ausgehende 17. und frühe 18. Jahrhundert wird versucht, die religiösen und sozialen Spannungen in Frankreich selbst sowie die Aufnahmebedingungen für Hugenotten im Exil darzustellen. Dabei offenbaren sich Parallelen aber auch Unterschiede zu den Themen Flucht und Einwanderung in unserer Gegenwart.

Seit April 2016 ist Ulrich Niggemann Direktor und Geschäftsführender Wissenschaftlicher Sekretär am Institut für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg. Er studierte in Göttingen und Bonn neben Mittelalterlicher und Neuerer Geschichte, auch Vor- und Frühgeschichte sowie vergleichende Religionswissenschaft. Forschungsprofil: Britische und transatlantische Geschichte in der Frühen Neuzeit Französische Geschichte im 16. und 17. Jahrhundert, Herrschaft und Herrschaftsausübung, Ideen- und Historiographiegeschichte, Konfessionelle Minderheiten, Migrationsgeschichte, Antikenrezeption.

Veranstaltung
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