1520 - Thomas Müntzer wird Prediger in Zwickau

Logo zur Vortragsreihe "Luther 1520"
25. August 2020
18:30 Uhr
Kapelle im Augusteum | Wittenberg

Wer war Thomas Müntzer (1489-1525), den das Henkersschwert traf, weil er das von ihm am Ende mit aller Konsequenz vertretene Recht auf Widerständigkeit und der Forderung nach Umkehr, die sein Leben als kategorisches Prinzip durchzogen hat, nicht aufgeben wollte? War Müntzer nun ein bedeutender Reformator, gar der "Erzteufel", wie ihn Luther nannte, oder am Ende vielleicht doch jener Protokommunist, für den ihn die Ideologen gehalten haben?
Thomas T. Müller wird in seinem Vortrag ausgehend von Müntzers Weg nach Zwickau im Jahr 1520 Auskunft geben über Leben und Werk des unbequemen Predigers, aber auch über den Umgang der Evangelischen Kirche mit jenem „ungeliebten Bruder“ Martin Luthers. Im Nachgang der Lutherdekade soll damit der Blick ein wenig geweitet werden auf einen Theologen, der abseits des Wittenberger Weges Martin Luthers eigene reformatorische Gedanken entworfen hat und von Luther und Melanchthon als "falscher Prophet" tituliert wurde.

Referent: Dr. Thomas T. Müller studierte in Göttingen, Erfurt und Potsdam Mittlere und Neuere Geschichte, Ur- und Frühgeschichte, Kunstgeschichte und Archivwissenschaften. Von 1999 bis 2005 leitete Müller das Stadtarchiv Heilbad Heiligenstadt. Seit 2006 ist er Direktor der Mühlhäuser Museen. 2016 wurde Müller in Hannover bei Prof. Dr. Michael Rothmann mit einer Arbeit zu Frühreformation und Bauernkrieg im Umfeld der Reichsstadt Mühlhausen promoviert. Seit 2016 ist Thomas T. Müller Vorsitzender der internationalen Thomas-Müntzer-Gesellschaft, 2017 wurde er in die Historische Kommission für Thüringen berufen, seit 2019 ist er Präsident des Museumsverbandes Thüringen.

Eintritt frei | Keine Voranmeldung nötig

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