Kunst zum Gedächtnis

18. Februar 2021
18:30 Uhr
Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt

Auch wenn es in der Reformation zu Bilderstürmen und Bildentfernungen aus Kirchen kam, setzte sich Luthers bilderfreundliche Haltung langfristig durch: Nur die reformierten Kirchen blieben kahl, während die lutherischen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts oftmals als Bildersäle und Schatzkammern neu ausgestattet wurden. Wie vor der Reformation waren zumeist wichtige, reiche Familien und Einzelpersonen die Auftraggeber kirchlicher Kunst. Sie stifteten vor allem Epitaphien, Bildtafeln, die an Verstorbene erinnern. Die Cranachwerkstatt war Vorreiter für Epitaphien mit neuartigen, reformatorischen Bildprogrammen. Über die vielen Lehrlinge und Gesellen, die über die Jahre in Wittenberg ausgebildet wurden, verbreiteten sich diese Bildprogramme in ganz Europa.

Auch Veit Thiem war ein Schüler Cranachs. Die Epitaphien, die er für den Eislebener Kronenfriedhof schuf, gehören zu dem erst ansatzweise gehobenen Schatz reformatorischer Kunst Europas.

Referentin: Dr. Ruth Slenczka ist die Leiterin der Wittenberger Museen der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt dem Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit mit ei­nem Schwerpunkt auf Themen an der Schnittstelle zwischen Geschichte, Kunstgeschichte und Theologie.

Der Vortrag findet coronabedingt ausschließlich online über unsere Facebookpräsenz (https://www.facebook.com/luthergedenkstaetten) statt. Im Anschluss wird der Vortrag als Video bei Youtube und auf dieser Website zur Verfügung gestellt.

« zurück zur Übersicht