Sonderausstellungen

01. Oktober 2020 bis 31. Oktober 2022
Luthers Sterbehaus | Lutherstadt Eisleben

Raus mit der Sprache!

Die Sprache Martin Luthers hat die Welt bewegt: Seine und unsere heutige Sprache werden in unserer Mitmachausstellung „Raus mit der Sprache!“ in Eisleben erfahrbar – experimentell, interaktiv und spielerisch!

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20. August 2021 bis 20. Februar 2022
Augusteum | Lutherstadt Wittenberg

Pest. Eine Seuche verändert die Welt

Kaum eine Krankheit hat bis heute solche Spuren in der abendländischen Kultur hinterlassen und das kulturelle Gedächtnis Europas so tief geprägt wie die Pest. In der neuen Sonderausstellung gehen wir der Pest auf den Grund.

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Luthers Entführung

Banner "Heute vor 500 Jahren"
04. Mai 2021
Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt

Unsere Wittenberger Museumsleiterin, Dr. Ruth Slenczka, widmet sich im Folgenden Luthers Entführung.

Heute vor 500 Jahren wurde Luther im Thüringer Wald nahe der Burg Altenstein überfallen und entführt. Er befand sich auf der Heimreise vom Wormser Reichstag; seine Verurteilung durch den Kaiser stand unmittelbar bevor. Es sah so aus, als hätten Gegner Luthers den Mönch gefangen gesetzt, womöglich sogar umgebracht.

Die Kunde erreichte auch Albrecht Dürer, der sich gerade auf einer Reise durch die Niederlande in Antwerpen befand. In seinem Tagebuch schildert der Maler Luthers Entführung und beklagt in großer Ausführlichkeit den Verlust. Überraschend ist dabei nicht nur, wie schnell sich die Nachricht verbreitet hatte, sondern auch und vor allem, wie sehr sie den Nürnberger Künstler berührte. Für ihn war Luther ein vom heiligen Geist erleuchteter Nachfolger Christi. Besonders rühmt er dessen schriftstellerisches Talent. Niemand habe klarer geschrieben und das Evangelium verkündet als er. Deutlich wird, dass Dürer zu den begeisterten Lutherlesern gehörte:

„Item am Freitag vor Pfingsten im 1521 Jahr kamen mir Mär gen Antorff (Antwerpen), daß man Martin Luther so verräterlich gefangen hätt. Dann do ihn des Kaisers Carols Herold mit dem kaiserlichen Gleit war zugeben, dem ward vertrauet. Aber sobald ihn der Herold bracht bei Eyßenach in ein unfreundlich Ort, saget (er), er dörfte sein nit mehr, und ritt von ihm. Alsbald waren 10 Pferd do, die führten verräterlich den verkauften frommen, mit dem heiligen Geist erleuchteten Mann hinweg, der do war ein Nachfolger Christi und des wahren christlichen Glaubens. Und lebt (er) noch oder haben sie in gemördert, das ich nit weiß … Ach Gott vom himmel, … so wir diesen Mann verlieren, der do klärer geschrieben hat dann nie keiner …, den du ein solchen evangelischen Geist geben hast, bitten wir dich, o himmlischer Vatter, das du deinen heilgen Geist wiederumb gebest einem andern, der do dein heilige christliche Kirch allenthalben wieder versammel … O Gott, ist Luther tot, wer wird uns hinfürt das heilig Evangelium so klar fürtragen! Ach Gott, was hätt er uns noch in 10 oder 20 Jahrn schreiben mögen! O ihr alle fromme Christenmenschen, helft mir fleißig beweinen diesen gottgeistigen Menschen und ihn bitten, daß er uns ein andern erleuchten Mann send.“

Der Reformator war jedoch nicht tot, denn der Überfall war nur vorgetäuscht. Kurfürst Friedrich d.W. hatte seinen Schützling, der nach dem Wormser Auftritt mehr denn je in Lebensgefahr schwebte, in Sicherheit bringen lassen. Rund zehn Monate verbrachte Luther incognito auf der Wartburg. Die Mönchskutte hatte er gegen adelige Kleidung eingetauscht, Bart und Haupthaar ließ er wachsen. Erst im März 1522 kehrte Luther nach Wittenberg zurück. In seinem Reisegepäck hatte er die Übersetzung des Neuen Testaments.

 

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