Neuheiten und Planungen

12. Januar 2021
Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt

Das von der Corona-Pandemie gekennzeichnete Jahr 2020 ging auch an uns als Stiftung nicht spurlos vorbei. Bedingt durch insgesamt 16 Wochen Schließzeit, verkürzte Öffnungszeiten, einem nahezu gänzlich zum Erliegen gekommenen Gruppen- und Auslandstourismus, einem nur noch eingeschränkt möglichen Angebot der Kulturellen Bildung sowie von Veranstaltungen verzeichneten unsere fünf Museen einen Rückgang auf ca. 40 Prozent der Besucherinnen und Besucher im Vergleich zum Vorjahr 2019.

Auch wenn die Corona-Pandemie weiterhin den Alltag bestimmen wird, halten wir neue Angebote für 2021 bereit, sobald die Museen wieder öffnen: So begrüßt Tölpel, der tollpatschige Hund Martin Luthers, Familien nun auch direkt im Lutherhaus in Wittenberg. „Auf Spurensuche! Mit Martins Hund Tölpel unterwegs im Lutherhaus“ lädt Kinder dazu ein, Tölpels Zuhause mit ihm zusammen zu entdecken. An sieben Mitmachstationen erzählt Tölpel zu den Bildern oder Gegenständen im Museum seine eigene Geschichte und animiert die kleinen Gäste, selber aktiv zu werden. 

Für die großen Gäste wurden neue Themenführungen für Gruppen entwickelt, mit denen sie nicht nur die Wirkungsstätten von Martin Luther und Philipp Melanchthon entdecken, sondern auch in die Lebenswelten von Katharina von Bora und Lucas Cranach eintauchen können. Highlights sind hier neben einer Taschenlampenführung durch das dunkle Lutherhaus die kulinarische Erlebnisführung „Gruß aus Käthes Küche“, in der Katharina von Bora als Hausherrin des schwarzen Klosters die Gäste durch das Lutherhaus führt und ihnen dabei drei schmackhafte Köstlichkeiten – zubereitet vom Restaurant von Bora – anbietet.

Unsere Kulturelle Bildung hat ebenfalls ihr Portfolio erweitert. In Wittenberg steht nun ein Mittelalterraum zur Verfügung, in dem ein Thronsaal nachempfunden wurde. Hier können Kindergartengruppen sowie Grundschüler und -schülerinnen mit Theaterspiel, Bastelei und Ritterspielen die Zeit des Mittelalters und den Alltag auf einer Burg erleben.
In Mansfeld in Luthers Elternhaus sind Hochbeete nach historischem Vorbild entstanden, in denen nach altem Brauch Pflanzen angebaut und ihre Eigenschaften und Verwendungszwecke auf spielerische Art erforscht werden können.

Größtes Projekt für uns wird jedoch die neue Sonderausstellung in Wittenberg sein, die ab dem 20. August im Augusteum zu sehen sein wird. „Pest. Eine Seuche verändert die Welt“ beschäftigt sich mit der disruptiven Kraft der Pest, die bis heute ihre Spuren in der abendländischen Kultur hinterlassen und das kulturelle Gedächtnis Europas tief geprägt hat. Nicht von ungefähr wurden in der Covid19-Pandemie sofort Anklänge an die Pest laut. Die Sonderausstellung zeigt auf, wie die Pest im Zusammenspiel mit anderen Seuchen auch Antrieb für tiefgreifende Veränderungen in Medizin, Gesellschaft und Religion war und wie sie die Zeit der Reformation prägte – bzw. wie die neuen reformatorischen Ideen Auswirkungen auf die Bekämpfung der Pest und den Umgang mit Seuchen und Erkrankungen im Allgemeinen hatte.

Außerdem: Unsere bereits im vergangenene Jahr eröffenete Mitmachausstellung "Raus mit der Sprache!" im Museum "Luthers Sterbehaus" in Eisleben kann noch bis einschließlich 31. Oktober 2022 besucht werden.

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