Ars Moriendi - Ein zeitgenössischer Blick

Vom 22. Mai bis 3. November 2019 zeigt die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt in Luthers Sterbehaus die Sonderausstellung „ARS MORIENDI – Ein zeitgenössischer Blick“.

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit verstanden die Menschen den Tod als integralen Bestandteil des Lebens und akzeptierten ihn. Sie starben in ihrem alltäglichen Umfeld im Beisein ihrer Familie und Freunde. Heute jedoch sind der Tod und das Sterben aus der Wahrnehmung unserer Gesellschaft gerückt und werden mehr und mehr tabuisiert. Die Sonderausstellung „ARS MORIENDI“ fragt nach der Bedeutung dieses Themas in unserer Gegenwart und in der heutigen Kunst.

In der Sonderausstellung zeigen 13 Künstlerinnen aus Halle, Leipzig, Berlin und Potsdam anhand verschiedener Kunstformen, wie sie sich dieser vielfach verdrängten Materie auf ganz individuelle und damit sehr unterschiedliche Weise annähern. Mit ihren Bildern regen sie an, sich mit diesem unumgänglichen Schlusspunkt der menschlichen Existenz auseinanderzusetzen – und ihm den Schrecken zu nehmen.

Bilder zur Ars Moriendi haben eine lange Tradition: Eigentlich als Leitfaden für Geistliche bei der Begleitung Sterbender gedacht, wurde sie in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gesellschaft schnell zu einer Art Ratgeber für den Laien, um sich auf den Tod vorzubereiten. Dazu zählte die Regelung der letzten Dinge genauso wie das Heil der Seele. Die Ars Moriendi – die Kunst des Sterbens – wurde auch im Bild thematisiert. Künstlerische Werke verbreiteten sich als bildhafte Unterstützung bei der Vorbereitung auf das Sterben.

Die Sonderausstellung wurde von der Kunsthistorikerin Jutta Jahn aus Halle kuratiert. Sie konzipierte sie ursprünglich für die 22. Halleschen FrauenKulturTage 2017 zum Thema „ARS MORIENDI – Die Kunst des Sterbens“.

Öffnungszeiten & Anreise

Die Sonderausstellung ist vom 22. Mai bis 31. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Vom 1. bis 3. November kann die Ausstellung dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr besichtigt werden.

Museum "Luthers Sterbehaus"
Andreasplatz 7
06295 Lutherstadt Eisleben

Anreise

Auf der A38 (Göttingen - Leipzig) bitte die Ausfahrt Eisleben nehmen und der B180 bis nach Lutherstadt Eisleben folgen.

Mit der Bahn lässt sich die Ausstellung sehr gut auf der Strecke zwischen Halle/Saale und Sangerhausen bzw. Kassel erreichen.

Veranstaltungen

Im Rahmen der Sonderausstellung werden einige Vorträge und Lesungen im Museum "Luthers Sterbehaus" in Eisleben abgehalten. Der Eintritt ist frei!

Der Tod als Ereignis – Die Alltäglichkeit des Sterbens in der Frühen Neuzeit

Donnerstag, 6. Juni | 19 Uhr
Weitere Informationen zum Inhalt der Veranstaltung finden Sie hier in unserem Veranstaltungskalender.

Drei Liter Tod – Mein Leben im Krematorium

Donnerstag, 17. Oktober | 19 Uhr
Weitere Informationen zum Inhalt der Veranstaltung finden Sie hier in unserem Veranstaltungskalender.

Kulturelle Bildung

Die Kulturelle Bildung bietet Begleitprogramme zur Sonderausstellung "Ars Moriendi - Ein zeitgenössischer Blick" an. Um Anmeldung wird gebeten, per E-Mail an bildung.eisleben@martinluther.de oder telefonisch unter +49 (0) 34 75 – 714 78 23.

 

Lebensgeschichten
16. August & 25. Oktober, jeweils 17 - 20 Uhr

Geschichten zu hören ist leicht, aber selbst zu produzieren?
Jeder der Lust hat, sich filmisch auszuprobieren, seine ganz eigene Lebensgeschichte auf ein Stück Film festhalten will, ist hier richtig. In einem dreistündigen Kurs bekommen Sie eine Einführung in die Technik und Methodik der Trickfilmherstellung, um danach einen 1min Film Clip zusammenzustellen. Erfahrungen brauchen Sie hierzu keine, jedoch die Lust eine kurze Lebensgeschichte über sich zu erzählen.
Seien Sie Produzent ihrer eigenen Lebensgeschichte und versuchen sie ein Stück Ihrer kostbaren Lebenszeit auf einen Filmstreifen zu projizieren. Eingeladen sind ältere Menschen, die schon immer einmal wissen wollten, wie ein Film entsteht.

Kosten: 5€

 

Hörgeschichten
4. Oktober, 10 - 17 Uhr

Wir laden Jugendliche und ihre Großeltern ein, gemeinsam Hörgeschichten zu produzieren.
Jeder hat eine Geschichte zu erzählen! Unsere eigenen Lebensgeschichten sind erzählenswert – nicht nur, wenn wir etwas Krasses erlebt oder ein verrücktes Hobby haben. Jede kleine Hürde, die wir gemeistert, jeder Rückschlag, den wir überwunden haben, aber auch die Dinge, die uns noch nicht gelungen und Probleme, die immer noch da sind, all das bildet einen Fundus an Geschichten. Durch Erzählen können wir verarbeiten, aber auch anderen helfen, Solidargemeinschaften bilden. In dem Projekt sollen die Teilnehmer*innen einen Punkt aus ihrem Leben, ihrem Alltag unter die Lupe nehmen und mit journalistischen Mitteln eine kleine Sendung darüber machen. Im ersten Teil sollen die Methode und die Technik erklärt und die Themen generiert werden. Im zweiten sollen die Teilnehmer*innen Aufnahmen machen: Interviews, Geräusche und auch mögliche Musiken aussuchen. Im finalen Teil des Projektes wird das Material bearbeitet und eine Sendung erstellt.

Kosten: frei


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