Luthers Elternhaus

Luthers Heimat war das Mansfelder Land: In Eisleben erblickte der künftige Reformator das Licht der Welt, doch schon wenige Monate danach zog die Familie Luder nach Mansfeld. Hier ließen sich Luthers Eltern endgültig nieder, kauften ein Haus und bauten ein Unternehmen auf.

Außer in Wittenberg hat Luther nirgendwo länger gelebt. 13 Jahre, Schulzeit und Jugend, verbrachte er in Mansfeld: Hier erhielt er die Ausbildung, die ihm den Weg in die akademische Welt ebnete, hier knüpfte er lebenslange Freundschaften, hier erwachte seine Liebe zur Musik. Als „Mansfeldisch Kind“ fühlte Martin Luther sich der Grafschaft Mansfeld zeitlebens eng verbunden.

2014 wurde das Elternhaus Luthers umfassend saniert und durch einen modernen Museumsneubau erweitert. Erfahren Sie, wie Martin Luther prägende Jahre hier verlebte und wie eng er mit Mansfeld bis zum Ende verbunden blieb.

Adresse

Luthers Elternhaus
Lutherstraße 26
06343 Mansfeld-Lutherstadt

Ausstellung
Ich bin ein Mansfeldisch Kind – Martin Luther und Mansfeld

Der familiäre Alltag der Familie Luder, Spiele und Pflichten des jungen Martin aber auch die engen Beziehungen der Familie zu Stadt, Kirche und Grafschaft Mansfeld stehen im Mittelpunkt der Ausstellung.

Bei Baumaßnahmen wurden in den Jahren 2003/2004 und 2008 herausragende archäologische Funde gemacht. Sie gewähren einmalige Einblicke in das tägliche Leben: Die Familie leistete sich aufwändige Kleidung, Geschirr und Gläser. Auf dem Speisezettel standen Lebensmittel wie Schweinefleisch, frischer Fisch und orientalische Gewürze.

Obwohl früh in den familiären Arbeitsalltag eingebunden, blieb Kindern auch zu Luthers Zeit immer Gelegenheit zum Spielen. Das belegen die gefundenen Spielzeuge, darunter Würfel, Murmeln und ein Pfeifvogel.

Archäologische Schätze aus der Baugrube belegen den gehobenen Lebensstandard der Familie Luder.

In Mansfeld konnte sich die Familie in einem ansehnlichen Anwesen einen gehobenen Lebensstandard leisten. Er sicherte dem jungen Martin Luther eine Ausbildung an der Mansfelder Schule, die ihm zusammen mit den Schulbesuchen in Magdeburg und Eisenach die Türen in die akademische Welt öffnete.
 

Familie Luder, Mansfeld und die Mansfelder Grafen

Sein Leben lang pflegte Luther eine enge Verbindung zu seiner in Mansfeld lebenden Familie, seinen Eltern Hans und Margarethe, den drei Schwestern und dem Bruder. Der Vater besaß ein Bergbauunternehmen und eine Kupferhütte. Die schweren Arbeitsbedingungen dort können Sie in der Ausstellung ebenso nachvollziehen wie die Bedeutung des Bergbaus für das Mansfelder Land.

Als Landeskind der Grafschaft Mansfeld verstand Luther sich Zeit seines Lebens. Selbst der Deckname „Junker Jörg“ – so wurde er bei seinem Inkognito-Aufenthalt auf der Wartburg genannt – erinnert an den Patron der Grafschaft Mansfeld, den Heiligen Georg.

Geschichte des Hauses

Bis ins Jahr 1562 geht die Geschichte Mansfelds als Ort der Erinnerung an Luther zurück. Der Mansfelder Pfarrer und Chronist Cyriakus Spangenberg feierte am Martinstag des Jahres 1562 in einem Gottesdienst das erste uns bekannte Luthergedenken.

Zum historischen Anwesen gehörten einst neben dem großen Wohnhaus auch Wirtschaftsgebäude, Stallungen und Vorratsräume. Erhalten ist lediglich ein Teil des Wohnhauses, welches Ihnen heute zum Besuch offen steht.

Seit 2014 beherbergt ein moderner Museumsneubau große Teile der Ausstellung.

Chronik der Baugeschichte und Nutzung

Erstmals 1507 ist das Wohnhaus Hans Luders urkundlich nachweisbar. Allerdings zahlte Hans Luder zu diesem Zeitpunkt das Haus bereits mehrere Jahre ab, so dass davon auszugehen ist, dass sich das Haus schon länger im Besitz der Familie befand. Wahrscheinlich hat Hans Luder das Haus schon kurz nach dem Umzug nach Mansfeld im Jahr 1483 erworben.

Nach dem Tod des Vaters Hans 1530 erbte Jakob Luder, der Bruder Martin Luthers, gemäß der Erbfolge das Haus und zahlte seine Geschwister aus, wie es im Erbvertrag des Jahres 1534 festgelegt wurde.

Luthers Elternhaus entsprach der gehobenen gesellschaftlichen Stellung der Familie. Der Vierseitenhof umfasste neben großzügigen Wohnräumen auch eigene Wirtschaftsgebäude für Haushalt und Viehhaltung. Diese sind heute vollständig verschwunden, vom Wohnhaus selbst ist nur noch ein Drittel erhalten.

Die Söhne Jakobs mussten zur Jahreswende 1578/79 das elterliche Haus veräußern, besaßen aber weitere Häuser in Mansfeld.

Ende des 19. Jahrhunderts, als auch dieses letzte Drittel vom Abriss bedroht war, erwachte das Interesse an Luthers Elternhaus neu. Ein eigens gegründeter Lutherhausverein bemühte sich um den Erhalt des lutherischen Anwesens und baute das Haus im Jahr 1885 im Sinne gelebter Luthererinnerung zur Diakonissenstation um. Seitdem prägt das Haus mit seiner neugeschaffenen steinsichtigen Fassade und dem mächtigen Westgiebel den Straßenzug.

Kurz nach der Eröffnung der Diakonissenstation wurde im ausgebauten Dachgeschoss ein kleiner Museumsraum eingerichtet, der an Martin Luthers Kinder- und Schulzeit erinnerte.

1889 übergab der Lutherhausverein Luthers Elternhaus der Mansfelder Kirchengemeinde.

Ab 1936 trug es auch offiziell den Namen „Luthermuseum“.

Im Jahr 2007 übertrug die Kirchengemeinde das Haus der Stadt Mansfeld. Gemeinsam mit der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt hat die Stadt das Gebäude saniert und um einen Museumsneubau erweitert.

2013 ging das Ensemble in die Obhut der Stiftung Luthergedenkstätten über.

 
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