Luthers Geburtshaus

Martin Luther wurde am 10. November 1483 in Eisleben geboren.

Sehr früh pflegten die Eisleber das Andenken an den bedeutendsten Sohn der Stadt in seinem Geburtshaus: Bereits gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde dort ein öffentliches Museum für Lutherpilger errichtet. Damit ist das Haus die ältesten Gedenkstätte im deutschsprachigen Raum, die einer Person gewidmet ist.

Heute zeigt die Ausstellung im historischen Gebäude und im modernen Neubau, wie der spätere Reformator aufwuchs und wie eng die Bande waren, die zwischen ihm und seinen Eltern und der Region bestanden. Denn seiner Herkunft war sich Martin Luther stets bewusst.

Adresse

Luthers Geburtshaus
Lutherstraße 15
06295 Lutherstadt Eisleben

Ausstellung
Von daher bin ich – Martin Luther und Eisleben

Luthers Eltern kamen aus dem thüringischen Möhra ins Mansfelder Land, weil der Vater im hiesigen Bergbau die Möglichkeit des beruflichen und gesellschaftlichen Aufstiegs fand. Eisleben war für die junge Familie eine Zwischenstation, bevor sie wenige Monate nach der Geburt des Sohnes Martin weiter nach Mansfeld zog.

Die Ausstellung begibt sich auf die Spuren der Familie Luther. Rund 250 Exponate erzählen von der Herkunft des Reformators, der Bergbautätigkeit des Vaters, der Frömmigkeit und Spiritualität des Mittelalters sowie von Luthers Taufe. Auf dieses für Luther wichtigste Ereignis der Zeit in Eisleben verweist ein Taufstein aus dem 16. Jahrhundert aus seiner Taufkirche.

Seine Taufe ist für Martin Luther das wichtigste Ereignis seines Lebens, das ihn mit Eisleben verbindet.

Die lange Tradition des Bergbaus in der Region veranschaulichen zwei um 1290 entstandene Konsolsteine. Sie zeigen zwei im Stollen arbeitende Bergleute, Nappian und Neucke, welche der Legende nach die beiden ersten Bergmänner im Mansfelder Land waren.

Von besonderer künstlerischer Qualität sind die Epitaphe vom Eisleber Stadtgottesacker. Die Gedächtnisbilder zeugen von der Frömmigkeit der Menschen vor und nach der Reformation und zeigen neben den Verstorbenen und deren Familien auch Szenen aus der Bibel mit Ansichten der Stadt Eisleben und deren Umgebung. Auch Luther ist bisweilen in die Szenerie eingefügt.

Im historischen Gebäude zeichnet die Ausstellung ein lebendiges Bild der Wohnkultur in der Zeit um 1500. Holzmöbel und Kachelofen vermitteln einen Eindruck, wie die Familie gewohnt haben könnte. Sie wurden nach historischen Vorbildern und mit alten Techniken gefertigt.

Hunderte Jahre des Luthergedenkens an diesem Ort konzentrierten sich im „Schönen Saal“, der seit der Barockzeit der Erinnerung an Martin Luther dient. Ausgestattet ist er mit zwölf lebensgroßen Porträts sowie einer in dieser Form einzigartigen Plastik eines Schwans – einem Symbol für Martin Luther.

Geschichte des Hauses

 

Schon im 17. Jahrhundert führte das Haus, in dem Martin Luther 1483 geboren wurde, Besucher und Lutherpilger nach Eisleben.

Bei einem Stadtbrand wurde das spätmittelalterliche Fachwerkhaus 1689 weitgehend zerstört. Durch die anschließenden Erneuerungsarbeiten erhielt das Haus, wiederaufgebaut als Luthergedenkstätte, sein heutiges Aussehen.

Das historische Gebäude ergänzen seit 2007 ein moderner Neubau und ein Besucherzentrum.

Chronik der Baugeschichte und Nutzung

Martin Luther wird 1483 im Petriviertel in einem spätmittelalterlichen Fachwerkhaus in der heutigen Lutherstraße geboren.

Nach dem Wegzug der Familie befindet sich das Haus in den folgenden 200 Jahren in Privatbesitz.

Bereits 1583 wird das Geburtshaus mit einer Gedenktafel gekennzeichnet, die ein bis heute erhaltenes ganzfiguriges Lutherbildnis zeigt.

Im Jahr 1689 zerstört ein Stadtbrand das Gebäude zu großen Teilen. Die Stadt Eisleben erwirbt das Grundstück und errichtet darauf eine Luthergedenkstätte, die bis heute erhalten ist.

Mit deren Eröffnung 1693 wird im Geburtshaus im Sinne einer gelebten Lutherverehrung eine Armenschule für bedürftige Kinder eingerichtet, die bis zum 20. Jahrhundert Bestand hat. Im Obergeschoss des Gebäudes entsteht der so genannte Schöne Saal mit Porträts von Luther und Melanchthon sowie von den sächsischen Kurfürsten. Diese öffentliche Galerie macht das Geburtshaus zu einem der ersten Geschichtsmuseen im deutschsprachigen Raum. Der Unterhalt wurde allein durch Spenden und unregelmäßige Zuschüsse durch die Stadtkämmerei finanziert.

1817 bestimmt der preußische König Friedrich Wilhelm III. die Übernahme von Luthers Geburtshaus in staatliche Trägerschaft. Das Gebäude wird renoviert und komplett zum Museum. Der König stiftet die Lutherarmenschule, die in unmittelbarer Nähe zum Geburtshaus entsteht.

1996 nahm die UNESCO Luthers Geburtshaus in das Weltkulturerbe auf.

In den Jahren 2005 bis 2007 wird das Geburtshaus umfassend saniert und durch einen Neubau, der das Geburtshaus und die Armenschule verbindet, sowie durch ein Besucherzentrum am gegenüberliegenden Straßeneck erweitert (Entwurf: Springer Architekten, Berlin). Das Gebäudeensemble ist mittlerweile mehrfach preisgekrönt.

  • 2007: Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt
  • 2008: Belobigung im Rahmen des Deutschen Städtebaupreises
  • 2009: Würdigung durch das Deutsche Architekturmuseum als eines der besten 24 Bauwerke in Deutschland
  • 2009: Hannes-Meyer-Preis (Bund Deutscher Architekten, Landesverband Sachsen-Anhalt)
  • 2010: Nike für die beste Raumbildung (Bund Deutscher Architekten)
 
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