Sonderausstellungen

01. Oktober 2020 bis 31. Oktober 2022
Luthers Sterbehaus | Lutherstadt Eisleben

Raus mit der Sprache!

Die Sprache Martin Luthers hat die Welt bewegt: Seine und unsere heutige Sprache werden in unserer Mitmachausstellung „Raus mit der Sprache!“ in Eisleben erfahrbar – experimentell, interaktiv und spielerisch!

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20. August 2021 bis 20. Februar 2022
Augusteum | Lutherstadt Wittenberg

Pest. Eine Seuche verändert die Welt

Kaum eine Krankheit hat bis heute solche Spuren in der abendländischen Kultur hinterlassen und das kulturelle Gedächtnis Europas so tief geprägt wie die Pest. In der neuen Sonderausstellung gehen wir der Pest auf den Grund.

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Pest. Eine Seuche verändert die Welt

Kaum eine Krankheit hat bis heute solche Spuren in der abendländischen Kultur hinterlassen und das kulturelle Gedächtnis Europas so tief geprägt wie die Pest. Auch wenn der letzte große Ausbruch auf europäischem Boden schon drei Jahrhunderte zurückliegt, ist sie bis heute gegenwärtig: Verlässlich taucht in fast jedem Mittelalterroman ein Anklang an die Pest auf, sorgt das Auftauchen des „Pestarztes mit der Schnabelmaske“ im Film oder im venezianischen Karneval weiterhin für Grusel. Noch heute drücken wir unsere tiefste Verachtung für etwas damit aus, dass wir es „hassen wie die Pest“. Wer jemandem nach einem Niesen „Gesundheit!“ wünscht, macht dies unbewusst in Reaktion auf die Pestsymptome der Vergangenheit.  Die erbarmungslos und schnell zuschlagende Seuche, vor der offenbar kaum eine Vorkehrung oder Heilmittel half und die unterschiedslos Reiche und Arme, Fromme und Gottlose in großer Zahl dahinraffte, beeindruckte nicht nur die Zeitgenossen während der spätmittelalterlichen tödlichen Ausbrüche, sondern verschaffte ihr auch bei den späteren Generationen das Image der „Krankheit schlechthin“. Nicht von ungefähr wurden auch in der Covid19-Pandemie von 2020 sofort Anklänge an die Pest laut. Zwar handelt es sich klinisch gesehen um zwei völlig unterschiedliche Krankheiten, doch lassen sich durchaus Parallelen in Hinblick auf Reaktionen und Gegenmaßnahmen der jeweiligen Zeitgenossen beobachten.  Doch war auch die Pest nicht ein über die Jahrhunderte gleichbleibendes Phänomen:  Die Phasen ihres Auftretens unterschieden sich je nach Zeit und Ort zum Teil erheblich voneinander. Auch stellte die Pest im Zusammenspiel mit anderen Seuchen nicht nur eine andauernde Begleiterscheinung des Lebens dar, sondern auch einen Motor für tiefgreifende Veränderungen in Medizin, Gesellschaft und Religion.

Der Totentanz

Der Totentanz

Pesttaler, Vorder- und Rückseite

Pesttaler

Plan eines Pesthospitals

Plan eines Pesthospitals

Während insbesondere das Seuchenereignis des „Schwarzen Todes“ von 1347/48 im Fokus der Aufmerksamkeit stand, ist ihr fortwährender Einfluss in den darauffolgenden Jahrhunderten bislang wenig beachtet worden. Doch lassen sich auch hier bedeutende Faktoren feststellen, die Folgen für die Reformation des 16. Jahrhunderts haben sollten. Umgekehrt hatten aber auch die neuen reformatorischen Ideen Auswirkungen auf die Bekämpfung der Pest und den Umgang mit Seuchen und Erkrankungen allgemein.  Die Sonderausstellung „Pest. Eine Seuche verändert die Welt“ schlägt dabei nicht nur den Bogen von den frühsten nachweisbaren Ausbrüchen der Pest in der Steinzeit bis in die jüngste Gegenwart, sondern beleuchtet auch die unterschiedlichen Erklärungen für die Seuche und die Reaktionen auf ihr Auftreten. Im Fokus stehen dabei natürlich auch die menschlichen Schicksale, für die die Pest nicht nur eine physische, sondern vor allem eine seelische Bedrohung darstellte. Während die katholische Seite auf den Schutz spezieller Pestheiliger vertraute, verwiesen die Reformatoren auf die einzig heilsbringende Kraft des Glaubens an Christus und seinen Kreuzestod. Dass dies Anhängern beider Konfessionen jeweils nicht genügte, zeigt sich in den zahlreichen außerkirchlichen Heilsmitteln, bei denen Katholiken und Protestanten Zuflucht suchten. Im Gegensatz zu den medizinischen Ratschlägen, die mit „Allheilmitteln“ wie dem Theriak oder dem Vermeiden bestimmter Windrichtungen der Seuche relativ machtlos gegenüberstanden, hatten obrigkeitliche strenge Maßnahmen wie Isolierung, Hygienemaßnahmen und Kontaktverbote weitaus größere Wirkung.

Bis heute rätselhaft bleibt jedoch das plötzliche Auftreten der Pest und ihr zum Teil jahrhundertelanges abruptes Verschwinden – auch mit der Identifikation des Pesterregers und der Erfindung der Antibiotika ist und bleibt die Pest bis heute eine latente Bedrohung.

Die ab dem 20. August präsentierte Sonderausstellung baut in weiten Teilen auf dem Konzept der Sonderausstellung „Pest!“ des LWL-Museums für Archäologie Herne von 2019 auf, wird aber mit dem exklusiven Blick auf die Wittenberger Reformation und ihrem Umgang mit der Pest ergänzt. Dabei sollen auch zuvor noch nie in einer Ausstellung gezeigte Stücke zu sehen sein. So gehören zu den Highlights der Schau etwa ein aufklappbarer Plan des Wittenberger Pestlazaretts, Amulette zum Schutz vor der Pest und archäologische Funde aus der Lutherstadt. Originalgetreue Faksimile, aufwendige Inszenierungen und digitale Medien ergänzen die Ausstellung. Sie wird im sogenannten Bibliothekssaal und den angrenzenden Räumen im Erdgeschoss des Augusteums in Wittenberg präsentiert. 

In Kooperation mit dem LWL-Museum für Archäologie Herne

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Öffnungszeiten

20. August 2021 bis 20. Februar 2022

August - Oktober:
täglich 9 bis 18 Uhr
November - Februar:
Di - So 10 bis 17 Uhr
 

 

Preise

Einzelticket: 5 Euro
Einzelticket ermäßigt*: 2,50 Euro

Kombiticket: "Sonderausstellung & Lutherhaus": 10 Euro

Gruppenticket: 4 Euro p.P.

 

* Informationen zu den Preisen und Tickets

* Ermäßigten Eintritt erhalten Schüler von 6 bis 18 Jahre (bzw. 1. bis 12. Klasse), Jugendliche, Auszubildende, Studierende, Teilnehmer an Freiwilligendiensten bis 27 Jahre, sozial Geförderte (mit Ausnahme von Senioren), Schwerbeschädigte mit entsprechendem Ausweis

Freien Eintritt haben Kinder unter 6 Jahre, Begleitperson von Schwerbeschädigten mit B im Ausweis, Inhaber einer ICOM- Karte

Das Kombiticket gilt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen.

Gruppentickets sind ab einer Teilnehmerzahl von 10 Personen möglich.

Barrierefreiheit

Eingang
Der Eingang des Museums befindet sich ca. 150 Meter von der Collegienstraße entfernt. Der Weg führt durch einen ebenerdigen Durchgang von der Straße auf den Hof.

Parkmöglichkeiten
In unmittelbarer Umgebung stehen städtische Parkplätze zur Verfügung.

Zugänglichkeit der Ausstellungsräume / Aufzüge
Die Ausstellungsräume sind mit Aufzügen zugänglich.

Toiletten
Eine behindertengerechte und barrierefrei zugängliche Toilette befindet sich im Untergeschoss, welches mit dem Aufzug erreichbar ist.

Garderoben
Schließfächer sind ebenerdig zu erreichen.


Lutherhaus

Gleich nebenan befindet sich das weltberühmte Lutherhaus.

Melanchthonhaus

Auch das Melanchthonhaus befindet sich nur wenige Gehminuten von der Sonderausstellung entfernt.

Raus mit der Sprache!

In Eisleben lädt die Mitmachausstellung "Raus mit der Sprache!" Kinder und Jugendliche ein.