Die unglückliche Vermittlung. Karl von Miltitz zwischen Papst und Luther

Ludwig Rabus, Die Leipziger Disputation, kolorierter Holzschnitt, 1557, Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
10.12.2019
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18:30
 Uhr
Kapelle im Augusteum | Wittenberg
Luther 1519

Der sächsische Adlige und studierte Jurist Karl von Miltitz (1490-1529) hatte es zum Diplomaten der Kurie geschafft. In dieser Funktion wurde er 1519 zu Friedrich dem Weisen geschickt, um ihm die Goldene Rose zu überreichen. Der sächsische Kurfürst sollte dadurch zugleich für eine Politik gegen Luther gewonnen werden. Doch schon dieses Anliegen konnte Miltitz nicht erreichen. Aus freien Stücken verhandelte er deshalb mit Luther selbst, um ihn zum Schweigen zu bringen. Dieser Versuch, der als „Miltitziade“ in die Geschichte einging, schlug jedoch ebenfalls fehl. Neue Quellenfunde belegen, dass Miltitz persönlich wie fachlich ein schlechtes Bild in Kursachsen hinterließ.

Stefan Michel ist Privatdozent für Kirchengeschichte an der Universität Leipzig. Er arbeitet an der Sächsischen Akademie der Wissenschaft zu Leipzig als Arbeitsstellenleiter m Editionsprojekt „Briefe und Akten zur Kirchenpolitik Friedrichs des Weisen und Johanns des Beständigen 1513 bis 1532. Reformation im Kontext frühneuzeitlicher Staatswerdung“. Zu seinem Arbeitsschwerpunkten zählen neben der Reformationsforschung die Frömmigkeits-, Kirchen- und Theologiegeschichte des frühneuzeitlichen Luthertums. Im Sommersemester 2019 vertritt er den Lehrstuhl für Reformationsgeschichte und Neuere Kirchengeschichte an der Ruhr-Universität Bochum.

Referent: Dr. Stefan Michel

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