Karl V. – Kaiser im Aufbruch der Neuzeit

Ludwig Rabus, Die Leipziger Disputation, kolorierter Holzschnitt, 1557, Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
22.10.2019
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18:30
 Uhr
Augusteum | Wittenberg
Luther 1519

Angesichts der schwankenden und in vielem undurchsichtigen Politik der wechselnden Päpste muss Kaiser Karl V.  als eigentlicher Gegenspieler des rebellischen Augustinermönchs gelten.  Ungeachtet der globalen Dimension seiner Politik, hatte er Zeit Lebens die Frage der Kirchenreform vor Augen, und damit die causa Lutheri.  Auch wenn er dem Reformator nur einmal persönlich begegnete, beschäftigte er sich über die Jahre hin mit dem Wittenberger, bis hin zu seinen letzten Tagen in Yuste, als ihn die Frage bedrängte, ob er sein Seelenheil nicht verwirkt habe, als er dem Ketzer das freie Geleit hielt und damit für die Spaltung der Christenheit verantwortlich war.
Nach Überwindung einher nahezu fünfhundertjährigen Fundamentalfeindschaft zwischen den Konfessionen, wird man den Kaiser als gleichrangigen Mit- und Gegenspieler Luthers im weltgeschichtlichen Ringen um die Neugestaltung von Welt und Kirche zu würdigen haben.

Der Eintritt ist frei!

Referent: Prof. Dr. Heinz Schilling, in Bergneustadt/ Bergisches Land geboren und in Köln aufgewachsen, studierte Geschichte, Germanistik, Philosophie und Soziologie zunächst in Köln, dann in Freiburg i. Br., wo er 1971 mit der Dissertation "Niederländische Exulanten (Flüchtlinge) im 16. Jahrhundert“ promoviert wurde. 1977 habilitierte er sich an der Universität Bielefeld (Buch: Konfessionskonflikt und Staatsbildung im frühneuzeitlichen Deutschland, Gütersloh 1981). Nach Ordinariaten an den Universitäten Osnabrück und Gießen lehrte er von Mai 1992 bis zu seiner Emeritierung 2012 „Europäische Geschichte der Frühen Neuzeit“ an der Humboldt-Universität zu Berlin. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen (zur Reichs- und Territorialgeschichte; zu Migration und Minderheiten in Alteuropa; zur Geschichte von Stadt und Bürgertum; der politischen Theorie; der Reformation und europäischen Konfessionalisierung; des Internationalen Systems) legte er eine Reihe von Gesamtdarstellungen für eine größere Leserschaft vor – zuletzt „Martin Luther – Rebell in einer Zeit des Umbruchs“, 4. Aufl. 2016, und - eben erschienen „1517 – Weltgeschichte eines Jahres“.

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