Luther und Müntzer: Ihre gegenseitige Wahrnehmung und deren Folgen

Ludwig Rabus, Die Leipziger Disputation, kolorierter Holzschnitt, 1557, Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
17.09.2019
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18:30
 Uhr
Kapelle im Augusteum | Wittenberg
Luther 1519

Die Geschichte Thomas Müntzers, der vom engagierten Anhänger und Bewunderer Martin Luthers zum religiös-radikalisierten Fanatiker wurde, genießt auch in jüngerer Zeit noch große Aufmerksamkeit. Luther und Müntzer waren sich zunächst einig, dass sich die kirchlich-gesellschaftlichen Zustände ändern mussten. Aufgrund sozialrevolutionärer Bestrebungen und Müntzers teils gewaltfördernden Texten distanzierte sich Luther allerdings zunehmend von ihm. Je stärker beiden bewusst wurde, was sie voneinander unterschied, desto heftiger wurden ihre Reaktionen aufeinander. In seinem Vortrag zeigt Dr. Michael Beyer, welche immensen Folgen dies für ihre jeweiligen Anhänger mit sich brachte. Außerdem beleuchtet er, warum die reformatorischen Ideen für Thomas Müntzer ein tragisches Ende nahmen und für Martin Luther nicht. 

Der Eintritt ist frei!

Referent: Michael Beyer, Jahrgang 1952, promovierte 1984 zum Dr. theol. und war an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig tätig. Seit 2017 ist er dort wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Spätmittelalter und Reformation (Institut für Kirchengeschichte). 2012 war er Mitglied im Ortskomitee für den Internationalen Lutherkongress 2017 in Wittenberg und wurde 2013 erneut in den Vorstand der Luther-Gesellschaft gewählt. Dr. Michael Beyer ist Bearbeiter der Lutherbibliografie im Lutherjahrbuch und Mitherausgeber von Luther- und Melanchthonschriften.

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